Martin Uray bringt langjährige Praxis- und Lehrerfahrung in die Lehre am Department IT ein. In den Faces of Teaching spricht er darüber, wie er Studierende für technische Zusammenhänge begeistert und warum praxisnahes Arbeiten und verständliche Vermittlung für ihn im Mittelpunkt stehen.

Schon früh wusste Martin Uray, dass Technik sein Ding ist. In HTL Salzburg (Schwerpunkt Elektronik und Technische Informatik) führte ihn ein Besuch in der 4. Klasse an die Fachhochschule– inklusive Hausführung durch den legendären Charly Entacher – direkt auf seinen späteren Weg.
„Unser Matura-Projekt wurde damals von Simon Kranzer und Gerhard Jöchtl betreut. Danach war mir klar: Hier bin ich richtig.“
Der Bachelor- und Masterabschluss im Studiengang Informationstechnik & System-Management waren für ihn nur logisch – „der Bachelor war mir einfach zu wenig“. Schon während des Studiums arbeitete Martin nebenbei 16 Stunden pro Woche – „weil ich sonst unterfordert gewesen wäre“. Rückblickend war das allerdings eine Herausforderung, besonders in Prüfungszeiten – neben Job, Studium und seinen Diensten beim Roten Kreuz.
Nach dem Master und einem Auslandsaufenthalt reifte der Wunsch, zu promovieren. Martin arbeitete in der Medizintechnik-Forschung, bevor ihn ein Zufall – oder besser gesagt ein Tipp von Stefan Wegenkittl – wieder an die FH brachte. Ein Lehrauftrag wurde zum Sprungbrett: „Obwohl mein Start in der Online-Lehre 2020 während Corona alles andere als gelungen war, bin ich da reingewachsen.“
Privat engagiert sich Martin seit seinem zehnten Lebensjahr beim Roten Kreuz – seit 2019 leitet er die Jugend in der Stadt Salzburg. „Das ist für mich ein großartiger Ausgleich. Weg vom Elfenbeinturm der Lehre und Forschung, hin zur echten Welt mit ihren gesellschaftlichen Herausforderungen.“
Lehre & Forschung und alles dazwischen

An der FH schätzt Martin besonders die Möglichkeit zur Mitgestaltung: „Ich durfte Lehrveranstaltungen komplett neu aufbauen und war in Studienentwicklungsteams dabei – meine Meinung zählt, und das ist großartig.“
Sein Doktoratsprojekt betreut Roland Kwitt von der PLUS. Das Thema: Machine Learning für Industrieautomatisierung.„Ein Doktorat ist ein langer, steiniger Weg, der einem viel abverlangt – aber ich bin auf einem guten Weg.“
Auch wenn Lehre viel Zeit und Energie braucht, fließen beide Bereiche für ihn perfekt ineinander.
„Lehre groundet mich. Ich brauche die Kombination – Lehre für die Forschung, Forschung für die Lehre.“ Beim Josef Ressel Zentrum ISIA kann er beide Leidenschaften vereinen.
„Forschung ist für mich eine Reise zu sich selbst“, sagt er. „Das in die Tiefe gehen, verstehen und erforschen – das fasziniert mich.“
Trotzdem bleibt er offen: „Ob ich immer im Machine Learning bleibe, weiß ich nicht. Vielleicht wird das irgendwann von etwas Neuem abgelöst, das ich heute noch gar nicht kenne.“
Seine Studierenden erleben ihn als modern, aber auch fordernd und kritisch: „Ich will, dass sie zu ihrer Arbeit stehen – und begründen können, warum sie etwas wie gelöst haben.“
Martin privat

Wenn Martin nicht forscht oder unterrichtet, findet man ihn entweder beim Roten Kreuz, auf dem Fahrrad – oder zuhause bei seinen drei Katzen. „Das ist für mich der perfekte Ausgleich.“
Drei Begriffe, die dich beschreiben?
Humorvoll, anspruchsvoll (im positiven wie im negativen Sinn) und Genießer – manchmal etwas zu verkopft, nachdenklich und mit besorgtem Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen.
